Früher bei DnD und bei Rolemaster hieß es Gesinnung (engl. Alignment), die Einstellung des einen zu einem anderen Charakter. Irgendwann wurden daraus neben dem Charakterkonzept der sogenannte Archetyp. Archetypen kann man sich als Urbilder vorstellen, die sich in allen Kulturkreisen ähneln sollen. Beispiele wären die Bilder des Tarot genauso wie die der Traumdeutung oder der Psychologie. Manche Systeme addieren noch einen Weg oder Pfad dazu, der wichtig ist und die Grundeinstellung des Charakters darstellt.
Das Charakterprinzip und die Forderung ist eigentlich demnach nichts wirklich neues. Es ist vielmehr der Versuch, die obigen Begriffe in einfachere Spielregeln zu verpacken. So ist das Charakterprinzip soetwas ähnliches wie der Archetyp und der Pfad in einem. Es ist ein Ziel, das der Charakter verfolgt. Die Forderung ist das, was die anderen Gruppenmitglieder von dem Charakter erwarten.
Beispiele für Prinzipien wären: Krieg, Rivalität, Macht (bei Jedi, wie bei Sith), Lüge (Politiker), Betrug (Verkäufer), Reichtum oder bessere wie Bescheidenheit, Treue, Erlösung, Weisheit, Sicherheit.
Beispiele für Forderungen wären: Pilot, Nah-, Fernkämpfer, Heiler, Zauberer, Dieb, Hacker.
Die Forderungen gleichen auf erschreckender Weise den Charakterkonzepten, weil man meist das Konzept an die Anforderungen der Gruppe anpaßt. Insofern ist es auch nicht schwierig zu verstehen.
Beim Prinzip sieht es schon anders aus. Wie stellt sich ein Prinzip wie zum Beispiel Krieg dar, oder was macht ein Charakter der dem Prinzip Weisheit folgt. Ein Charakter des Prinzips Krieg ist im Grunde seines Wesens ein Krieger. Er sucht die direkte (körperliche) Auseinandersetzung auf, um sich einen Namen zu machen. Shugyosha nennt man einen Krieger auf Wallfahrt in Japan. Er hat noch keinen Namen und Herrn. Er muß sich erst noch auf dem Schlachtfeld beweisen, sich duellieren und seinen Stil verbessern. Erst wenn man ihn kennt und ein Herr auf ihn aufmerksam und er berufen wird, wird er ein Samurai. Ob sich damit sein Prinzip ändert, obliegt dem Spieler. Kommen wir zu einer anderen Art von Prinzip, die guten Prinzipien, wie Weisheit. Was macht ein weiser Mensch? Wenn wir uns die Bilder von Weisen anschauen, wird schnell klar werden, die sind keine Abenteuerer. Ob Buddha, Christus oder andere Zen-Mönch, sie alle sind eher ungeeignet um ein Abenteuer zu bestehen. Sie sind gerade deshalb weise, weil sie dem Ärger und den Gefahren aus dem Wege gehen. Oder ein Prinzip wie Essen ist zu klein, um ein Abenteuer wirklich zu füllen. Wir benötigen also ein Prinzip mit Dynamik, Dramaturgie und Größe. Ansonsten ist es völlig frei wählbar.
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;) Roger